Zeit am Handy, I-Pad und Co wettert gegen Spielzeug von Kraul

Manchmal, so denke ich, drehen sich bei uns alle Gespräche nur um Handy, I-Pad, Notebook, Pc, WiiU, Playstation und viel anderes, elektronisches Spielzeug. Der Einfachheit halber nennen wir das zu Hause: elektrisch spielen! Die Vor- und Nachteile wurden in den letzten Jahren quer durch und von allen Medien erörtert, allgemeine Richtlinien ab welchem Alter mit welcher Zeit kann man überall nachlesen. Auch wir haben viel gelesen und viel diskutiert und schlußendlich unsere eigenen Pilzschen Elektroregeln aufgestellt! Wann darf ich elektrisch? Eine gute Note - dafür wird jetzt aber meine Elektrozeit erhöht! Ich fühl mich nicht gut, ich MUSS im Bett elektrisieren, … Es gibt ein neues Spiel, können wir das laden?.. 

Letztens erklärte unser Professor Heinz Wutzmann (sein selbstgewählter Spitzname), dass es sowieso vollgas und ultra-unfair ist, weil die Mama am Schreibtisch stundenlang elektrisiert und das fast jeden Tag. Und mit ihm diskutieren wir, ob und wann wir seine Elektrozeit um 10-Minuten-Schritte erhöhen! Und Papa kriegt sowieso nie elektrofrei, ja stellt denn der gar nie was an?

Unser mittlerer Sohnemann verwendet I-Message, Sms oder Whatsapp, um uns Eltern „Status updates“ zu geben und sowieso für jegliche Art der Kommunikation! Hühnchen Mittag? 4. aus! Rob ganzes we k? Shik Amal screen bitte! D5. Einmal auch L2- Spanisch? Wir verstehen es mittlerweile, meistens. Ich sende ihm manchmal Mails, E-Mails um genau zu sein. Ja, das uralte Mittel, jemandem etwas mitzuteilen. Komplett veraltet und sowieso grundüberholt, wird nur von Steinzeitmenschen verwendet, so meint er. In meinem Posteingang findet sich alles, was noch nicht abgearbeitet wurde. Uns wenn unser Maier (so nennen wir den Mittleren) etwas wirklich, wirklich benötigt, schickt er mir mittlerweile eine Mail. Zum Beispiel wenn er für ein Referat Handouts gemacht hat und ich die im Büro drucken muss, kommt: Mail von Tim an Mama: Betreff: Handouts 27 Farbe. Danke. Das Danke steht dann dort wo normalerweise in anderen Mails der eigentliche Mailinhalt steht; bei ihm nicht, das, was er braucht, wird im Betreff zusammengekürzt. Und ja, ich kenne mich aus und ich vergesse dann wirklich nicht! Unsere Große, Fuffi, hat eine Familien-Whatsapp-Gruppe gegründet, damit es einfacher ist, allen Gruppen- und oder Familienmitglieder alles mitzuteilen und damit jeder am gleichen Status ist. Liebend gerne versendet sie Essensfotos. Von fast jedem Essen! Damit wir immer am Laufenden sind, was sie zu sich nimmt. Ich krieg beim Ansehen dann oft Gusto und Hunger. Zumindest aber hab ich manchmal Ideen für die nächste zu kochende Mahlzeit. Sie ist auch ein Nachrichtenjunkie und durch ihren Live-Ticker wissen wir alle, wann wo was passiert oder wieviel Schnee jetzt gerade in Bad Aussee liegt. Nicht, dass wir da hinfahren oder dort sind, nein, einfach, damit wir alle informiert sind. Wir müssten das sonst, bei Interesse, ja selber googeln oder anderweitig in Erfahrung bringen.     

Ich habe nichts gegen Smartphones und Apps und glaube, dass Kinder ab einem gewissen Alter sogar wirklich unbedingt ein Handy brauchen und es absolut lebensnotwendig für sie ist, dies auch in der Schultasche zu haben. Wir Erwachsenen benützen es ja auch und in vielen Situationen ist es schon praktisch und hilfreich. Es ist einfach ein zusätzliches Mittel der Kommunikation. Alle Erwachsenen, nicht nur wir Eltern, leben es so vor. 

Den familieninternen Diskussionen darüber würde ich aber momentan lieber aus dem Weg gehen, sie sind furchtbar kräfteraubend…

Mit Vorleben probiere ich es auch jetzt wieder. Ich habe bei meinen Einkaufstouren für die Pilzessin die Firma Kraul entdeckt. Endlich ein Spielzeug, das auch für größere und ältere Kinder passt und sie gefangen nimmt (und somit der Wunsch nach Elektrozeit einmal aussetzt). Es ist kein normales Spielzeug, es sind Forschersets und Experimentierkästen und noch viel mehr. Wir haben in der Pilzessin bzw. online auf www.pilzessin.at unter Spielwaren/Forschen und Experimentieren da zum Beispiel den Stirling Motor mit Teelichtantrieb oder das Riesenrad. Mein persönlicher Favorit ist zweifelsfrei die geodätische Kugel. 

Und Kraul ist keine Fabrik. Kraul ist eine Familie in Deutschland, die hochwertigste Spielzeuge noch zu Hause mit zehn Mitarbeitern und zeitweise zwanzig Aushilfen herstellt. Gewisse Teile werden auch in Werkstätten, wo Menschen mit Behinderung arbeiten, angefertigt.

Bereits in den 1920er Jahren wurde von Mara Kraul, also der jetzigen Oma, der Grundstein zur heutigen Spielzeugfirma gelegt. Mit kunstvollen Stick- und Strickarbeiten, die sie mit Hilfe von Heimarbeiterinnen anfertigte, entstand die Basis der Firma, die bis heute in Familienbesitz ist. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte Sohn Walter erste Ideen zur Gestaltung von Spielzeugen. Angeregt durch seine Arbeit als Waldorf­lehrer an der Münchner Rudolf-Steiner-Schule und zahlreichen Naturerlebnissen mit seinen Kindern, entstanden Seilbahnen und Wasserräder, die – zeitlos wie sie sind – noch heute ein wichtiger Bestandteil der Kraul’schen Produktpalette sind. Bald etablierte sich ein Grundkonzept: Spielzeuge mit den Elementen Erde, Wasser und Luft, dem mit der Entwicklung der Lichtwippe und des Waldschattenspiels noch das vierte Element Feuer hinzugefügt werden konnte.Mit Christoph, einem Enkel der Firmengründerin, entwickelte sich das Angebot der Firma stetig weiter.Als Meteorologe und Physiker entwarf er vor allem die Experimentierkästen, die heute einen wichtigen Bestandteil der Produktpalette ausmachen. Auch in diesen Experimentierkästen wird das Grundkonzept der vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer in technisch-wissenschaftlicher Weise konsequent weitergeführt. 

Wir sind also am Nachmittag und am Wochenende momentan nicht "elektrisch" erreichbar:-)

Sei der erste der einen Kommentar schreibt....
Schreibe einen Kommentar